TRR und VCD begrüßen Verbesserungen beim Bus nach Colmar

Der VCD Südbaden e.V. und Trans Rhin Rail zeigen sich erfreut über viele Verbesserungen bei der Buslinie R026 zwischen Breisach und Colmar, sehen aber noch nicht alle ihre Wünsche für eine wirklich attraktive Busverbindung für Touristen und Berufspendler erfüllt. Wiederaufbau der Freiburg-Colmar-Bahn angemahnt.

Ab dem 1. September 2025 gibt es mehr Fahrten auf dieser grenzüberschreitenden Linie: Von Montag bis Freitag fahren jetzt 12 statt 11 Buspaare pro Tag, am Samstag wurde deren Zahl sogar von 6 auf 12 verdoppelt und an Sonn- und Feiertagen von 5 auf 7. Und auch die Fahrtzeit wurde von 53 auf 44 Minuten verkürzt. Das wurde vor allem dadurch erreicht, dass die Busse ab September nicht mehr durch Wolfgantzen, Andolsheim und Horbourg-Wihr fahren, sondern ab dem Kreisverkehr vor Horbourg-Wihr westwärts direkt auf den Colmarer Bahnhof zufahren.

Diese Verbesserungen schreiben die beiden Vereine auch ihrer jahrelangen Lobbyarbeit zugute, für die sie gemeinsam mit dem französischen Fahrgastverband FNAUT immer wieder neue Initiativen gestartet und Gespräche mit den politisch Verantwortlichen geführt haben.

Dennoch haben sie auch einige Kritik an der neuen Lösung zu üben. Dass die Busse der Linie R026 nun nicht mehr in der Colmarer Innenstadt halten, ist nicht nur ein Komfortverlust für Touristen aus Deutschland, sondern führt besonders für diese Fahrgäste auch zum Verlust von interessanten Umsteigemöglichkeiten auf Busse in Richtung Vogesen.

Und der größte Wunsch der Vereine für Berufspendler und Touristen für zusätzliche Direktbusse zwischen dem Breisacher Bahnhof und der Innenstadt von Colmar wurde trotz verschiedener Zusagen wieder nicht erfüllt. Mit diesen Verbindungen ohne Zwischenhalt könnten noch einmal 10 Minuten eingespart und damit die Linie für diese Klientel noch attraktiver gemacht werden, so TRR-Vorsitzender Hannes Linck.

Trotz der bisherigen und noch möglichen Verbesserungen für diese Busverbindung betonen die Vereine jedoch, dass nur der rasche Wiederaufbau der Freiburg-Colmar-Bahn für eine wirkliche Verkehrswende bei der noch immer ganz überwiegend mit dem Auto bewältigten Verbindung zwischen den beiden interessanten Städten sorgen kann, die nur gut 40 km voneinander entfernt liegen. Hierauf wird auch in Zukunft der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegen.

Tipp für alle Ausflügler zwischen Baden und dem Elsass: Alle Infos dazu und die besten Verbindungen mit Bahn und Bus findet man auf dem zweisprachigen Online-Portal www.vcd-freizeitfahrplan.eu bzw. www.fnaut-excursions-bade.eu.

Mitgliederversammlung 2025 – Resolution

Am Samstag, dem 1. März 2025, hat im Restaurant le Caballin auf der Rheininsel bei Breisach

unsere jährlichen Mitgliederversammlung stattgefunden.

Da Patrick Kerber nach 13 Jahren als Vorsitzender unseres Vereins wegen seiner starken beruflichen Belastung nicht mehr kandidiert hat, hatten Vincent Denefeld und Hannes Linck beschlossen, sich in Zukunft den Vorsitz zu teilen. Deshalb gab es entsprechend dem französischen Vereinsrecht zunächst eine außerordentliche Mitgliederversammlung, die die vom Vorstand vorgeschlagenen entsprechenden Änderungen der Satzung beschlossen hat.

Nach den Grußworten einiger anwesender Politiker:innen gab der Vorstand einen ausführlichen Bericht zum Stand des Projektes Freiburg-Colmar-Bahn und zu seinen vielfältigen Aktivitäten für die Bahnverbindung.

Dazu gehörten auch verschiedene Initiativen – in Kooperation mit VCD und FNAUT – um vor einer Inbetriebnahme der Bahn die derzeit wenig attraktive Busverbindung zwischen Breisach und Colmar durch zusätzliche Direktverbindungen besonders für Berufspendler:innen und Auflügler:innen interessanter zu machen. Der Vorstand zeigte sich optimistisch, dass zum September 2025 hier deutliche Verbesserungen umgesetzt werden.

Nach der Entlastung des alten und der Wahl des neuen Vereinsvorstandes wurde einstimmig eine Resolution verabschiedet, die die Position des Vereins zum Fortgang des Projektes und seine Forderungen für seine rasche Umsetzung zusammenfasst.

Außerdem wurden verschieden Aktivitäten für das Jahr 2025 angekündigt wie eine öffentliche Veranstaltung mit Politik und Verwaltungen Anfang Juli 2025 und ein großes Bahnfest Ende September 2025. So soll das Projekt weiter in der Diskussion gehalten und die Politik beider Länder verstärkt motiviert werden, die notwendigen Kompromisse zu finden, um eine Inbetriebnahme bis spätestens 2033 möglich zu machen.

Bei der Vorstandssitzung am 17. März wurden Vincent Denefeld (Colmar) und Hannes Linck (Freiburg) zu Co-Vorsitzenden sowie Elie Vornarb zum Schatzmeister und Nadine Meyer zur Schriftführerin gewählt.

Die ausführliche Präsentation für die Mitgliederversammlung sehen Sie hier.

TRR fordert Auflösung der Blockaden bei der Freiburg-Colmar-Bahn

Kurz vor der Sitzung der binationalen Planungsgruppe COPIL am 6. November 2024 bezieht der Verein Trans Rhin Rail noch einmal Position und hofft, dass das wichtige Projekt nun rasch Fahrt aufnimmt.

« Wir hoffen natürlich, dass man sich aufgrund der bei der Sitzung vorgestellten « Dritt-Studie » endlich auf realistische Nutzerzahlen einigt. Und dass sich damit endlich die Blockaden lösen, die das für die Region so wichtige Bahnprojekt seit Jahren verzögern », so Hannes Linck vom TRR-Vorstand.

Dafür müssen sich die beiden Länder auch endlich auf einen gemeinsamen Weg der Finanzierung einigen. So muss sich aus Sicht des Vereins vor allem die Bundesregierung bewegen, die bisher nicht bereit war, gemeinsam mit Frankreich eine für beide Seiten mögliche EU-Finanzierung voranzubringen.

Um die Realisierung leichter zu machen, müssen laut TRR auch die Gesamtkosten des Projekts vermindert werden. Dafür sollte einerseits der – sicher wichtige – 2-gleisige Ausbau Freiburg-Breisach aus dem Projekt herausgenommen werden. Da vom Bundesverkehrsministerium immer wieder betont wird, dass genügend GVFG-Mittel vorhanden seien, sollte dieser Ausbau auf diesem Wege separat finanziert werden.

So könnte zunächst der Abschnitt zwischen Breisach und Colmar umgesetzt werden, der Verkehr könnte auch für die ersten Jahre mit einem Umstieg am selben Bahnsteig in Breisach aufgenommen werden, falls noch nicht  genügend 2-System-Züge zur Verfügung stehen. Und bevor die Gleis-Kapazität auf deutscher Seite ausgebaut ist. Denn das dass lange dauern kann, hat man ja beim letzten Ausbau der Breisgau-S-Bahn gesehen.

Auf französischer Seite sollte dringend eine Lösung gefunden werden, um Mittel für den Ersatz von Bahnübergängen durch kostenspielige Brücken oder Unterführungen einzusparen. Zwischen Freiburg und Breisach funktioniert ja seit langem problemlos ein halbstündiger S-Bahn-Verkehr mit niveaugleichen Übergängen. Das sollte doch auch im Elsass klappen.

Und angesichts der Zerstörung der Rheinbrücke durch deutsches Militär am Ende des 2. Weltkriegs setzt sich der Verein dafür ein, dass Deutschland die Hälfte der Kosten für die neuen Brücken über Rhein, Canal d’Alsace und das Wasserkraftwerk übernimmt.

« Da die Politik sich auf allen Ebenen und in beiden Ländern immer wieder für das Bahnprojekt ausspricht, sollte sie nun endlich auch entschlossene Schritte gehen, um es in absehbarer Zeit zu realisieren », so Hannes Linck vom TRR-Vorstand.